Zeitabrechnung Werkstattbesuch - Ist das Betrug?

Hallo,

ich habe mal wieder das Problem, dass eine Landmaschinenwerkstatt bei der Wartung einer Maschine, konkret meines Weidemann Hofladers, offensichtlich viel zu viel Zeit aufgeschrieben hat. Ich hatte zum ersten Mal mit dieser Werkstatt zu tun,  nur aufgrund Spezialisierung auf Weidemann !

Ich möchte hier vorab noch einmal betonen, dass ich kein Meckerer bin, ich lasse mir viel gefallen und beschwere mich wirklich nur, wenn das Hand und Fuß hat… und es nicht mehr anders geht, und dann noch sehr ungerne. Ich möchte hier auch keinen Krieg mit Mechanikern anfangen…die Jungs sind immer sehr nett und meist sehr kompetent und vermutlich für meinen Fall nicht mal verantwortlich!  Ich versuche mein Anliegen hier daher möglichst wertfrei und ohne Namen zu schildern  und hoffe auf eure Erfahrungen… oder Tipps vlt. sogar vom “PROFI Rechtsanwalt, Herrn Kemper” ??

In diesem Fall handelt es sich um eine Markenwerkstatt, u.a. spezialisiert auf Weidemann Hoflader, deren Verkauf und Wartung.

Der Monteur war Ende November bei mir am Hof und hat mit mir zusammen die Wartung meines Hofladers durchgeführt.

Vereinbart war, dass er um 08.30 Uhr bei mir ist, 08:00 Uhr ist wohl Arbeitsbeginn. Um 09.15 Uhr habe ich beim Landmaschinenhändler angerufen, dort teilte mir der Meister persönlich mit, dass der Mechaniker noch eine Arbeit vom Vortag beenden musste, aber seit ca. 08:30 Uhr auf dem Weg sei.

Um 09:35 Uhr kam der Mechaniker dann tatsächlich bei mir an. Auf die Frage wann er losgefahren sei, sagte er, gegen 09:00 Uhr, da eine Arbeit beendet werden musste und er die Sachen für die Wartung zusammen suchen und einpacken musste.

Die Wartung ging dann relativ zügig und schnell, ich hatte alles vorbereitet, teilweise Deckel abgeschraubt, Öleinfülltrichter, Ölauffangwannen, Werkzeug usw. parat gelegt. Öle, Wannen, Trichter usw. wurden von mir genommen und hinterher durch mich entsorgt, ebenso die alten Filter. Alle sonstigen Neuteile wurden auf Bestellung durch den Mechaniker mitgebracht, u.a. 2 x Dieselfilter, Ölfilter, Luftfilter, Hydraulikfilter, usw…

Der Mechaniker stellte u.a. die Ventile ein und wir wechselten auch die Achsöle. Wir erledigten die Wartung nach meinen Vorgaben, Dinge wie Abschmieren usw. vernachlässigten wir, da ich das immer zuverlässig selber erledige.

Kurz gesagt, um 11.50 Uhr verlies der Mechaniker ohne Eile meinen Hof. Vorher haben wir seine mitgebrachten Werkzeuge usw. gesäubert und einen Kaffee getrunken.

Die Fahrzeit zur Werkstatt dauert lt. Google Maps ( und meiner eigenen Feststellung ) exakt 28 km, bzw. 31 Minuten, gemütlich gefahren.

Abgesprochen war im Vorfeld, dass ich die Anfahrt und die Abfahrt als Arbeitszeit bezahle. Das Hinbringen der Maschine war mir zu aufwändig und ich wollte bei der Inspektion aus gutem Grund dabei sein, daher war ich damit einverstanden!

Zusammengefasst um auf den Punkt zu kommen:

Abfahrt des Mechanikers am Ort des Händlers ( nach eigener Aussage !) war um 09:00 Uhr. ( der Meister hat mir Telefon schon gesagt, sein Mann wäre um 08:30 Uhr gefahren !) angekommen ist der Mechaniker um 09:35 Uhr, zurückgefahren ist er um 11:50 Uhr, bei seiner Werkstatt sollte er dem entsprechend gegen 12:25Uhr angekommen sein.

09:00 Uhr bis 12:25 Uhr sind aus meiner Sicht 3 Stunden und 25 Minuten, oder ?? Gerne glaube ich, dass er dann noch 10 Minuten die drei Ölkanister ausladen musste…Werkzeug usw. wurde bei mir gereinigt, dann sollte es aber gut sein!

Heute erst kam die lang ersehnte Rechnung, hier sind Fahrzeugkosten lt. Kilometer x 0,76 Euro aufgelistet…finde ich noch ok, Fahrzeug kostet ja Geld!

Was mich aber wütend macht und an Betrug denken lässt und was ich im Vorfeld geahnt habe ist, dass man mir allen Ernstes 5 Stunden und 33 Minuten Arbeitszeit in Rechnung stellt, zum Stundenlohnpreis a 59.90 Euro pro Stunde, zzgl. MwSt!

Aus meiner Sicht sind das ziemlich genau 2 Stunden zuviel, oder allen Ernstes 119,80 Euro zzgl. MwSt zuviel!

Ich bin mir sicher, dass ich den Meister diesbezüglich nicht anrufen muss…  er hat mir schon am Tag der Inspektion auf Nachfrage wann sein Mechaniker weggefahren sei, die Unwahrheit gesagt!

Ich habe diese Art der Zeitberechnung / Abrechnung schon oft bei Landmaschinenwerkstätten festgestellt, aus diesem Grunde bin ich bei Reparaturen oder Wartungen in Werkstätten seit Jahren dabei, oder lasse mir Kostenvoranschläge geben, bzw. frage in anderen Werkstätten nach, wie lange sowas dauert…

Selbst hierbei habe ich schon oft, sehr wohlwollend, total überzogene Zeitaufschriften bezahlt und selten bemängelt.

Hier zwei Beispiele dazu:

Beispielsweise war ich mit meinem Fendt zu einer Kulanzreparatur in der Werkstatt, am Hydrofix Frontladerkuppler schlepperseitig war nach drei Monaten eine Undichtigkeit. Ich musste trotz Termin 44 Minuten warten, dann wurde das Teil ausgebaut, das Neuteil wurde fast 10 Minuten lang gesucht, zwischendurch war der Mechaniker tatsächlich zweimal zu Telefonaten a. 4- 6 Minuten weg und hat einmal bei der Nachbarreparatur etwa 10 Minuten eine Felge mit festgehalten. Die reine Reparatur an meinem Schlepper dauerte ca. 25 Minuten, bezahlen sollte ich wiederum nach 6 Wochen Wartezeit, anstatt vlt. max 30 Minuten exakt 1 Stunde und 40 Minuten.  Der Meister sagte bei der Beschwerde, der Mechaniker musste die Werkzeuge hinterher noch reinigen…und das Ersatzteil suchen.  Ich habe letztlich murrend bezahlt, hierbei allerdings nicht nur 59,90 Euro pro Stunde, sondern den Agravis Stundensatz!

Ein anderes Mal habe ich über 900 Euro für eine Klimaanlageninstandsetzung bezahlt, hier war angeblich der Fühler im Dach defekt! Hier hatte ich ebenfalls die Vermutung, dass die Zeitaufschrift hinten und vorne nicht passen kann… konnte es aber nicht beweisen, da ich nach Feststellung des Fehlers nach hause gefahren bin, da ein Teil ( der Sensor! ) bestellt werden musste.

Seitdem bin ich vorsichtig mit pauschal Aufträgen, anscheinend ist es gängige Praxis von Landmaschinenwerkstätten, dass man Wartezeiten, Telefonate, Abwesenheiten von Mechanikern, die bei anderen Mechanikern “kurz” mal mit anfassen, überzogene Fahrzeiten usw… komplett mit zahlt bzw. Zeiten doppelt und dreifach aufgeschrieben werden!

Wie ist das bei Euch? Wie sind eure Erfahrungen in diesem Bereich?

Was könnt ihr mir in meinem aktuellen Fall raten?

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Redaktion Profi vlt. mal Werkstätten auf diese Praxis testen würde… Ich würde mich gerne als Testkandidat zur Verfügung stellen…

Ich bin mir sehr sicher, dass genau meine Erfahrungen bei versteckten Tests bewiesen werden würden… ! Offensichtlich ist es gängige Praxis, dass Werkstätten ihre Mechaniker durch viel zu viel Zeitaufschrieb zu wesentlich mehr als 100 % auslasten…

Für mich erfüllt diese Handlung, in meinem konkreten Fall, den Tatbestand des Betruges, gem. § 263 StGB ! Ist das überzogen?? Wie würdet ihr euch verhalten?

Das ist immer ne gute Frage was man machen soll,Fakt ist das Mechankerstunden immer Geld kosten.

Was evtl. was bringt ist vorher abzusprechen was genau gemacht werden soll.

Hinterher ne Kopie der Arbeitskarte geben lassen,ähnlich Lieferschein bzw. unterschreiben für das was gemacht wurde.

Habe letztes Jahr das ein und andere hier machen lassen,mit Angebot und Einbau nach Aufwand,da man das eh nie genau abschätzen kann.

Evtl. vorher die Kosten für z. B. Ne Wartung abklären und fragen was in dem Preis alles mit drin ist.

Gruß

Stefan

Hallo,
ist interessant, wie das manche Werkstätten handhaben.
Zu uns kommt der Monteur für unseren Stapler auf den Hof.
Nach getaner Arbeit unterzeichne ich immer die Arbeit und erhalte eine Durchschrift. Das klappt eigentlich gut.
In der Werkstatt hat man da ja keine Übersicht. Ich habe mich da auch schon gewundert wieviel Zeit man für so manche Reperatur brauchen kann;)
Zum Schluss bin ich immer froh wenn die Maschine wieder läuft, aber nachfragen darf doch erlaubt sein… oder nicht?

War bei Dir vielleicht nur ein Versehen bei den Aufzeichnungen.

Gruß

Thomas

Moin!
Ball flach halten!!!
Schonmal daran gedacht, ein vernünftig, klärendes Gespräch, mit den verantwortlichen, zuführen!!
Bin mir sicher , das das nur ein Fehler in der Aufstellung ist.
Bin selber Monteur und oft kommt es bei mir auch vor, das man sich schnell mal in der Zeit Festhaltung versieht,weil man im Gedanken schon beim nächsten Kunden ist.
Habe alles, immer selber mit den Kunden geregelt und dies bezüglich noch nie Probleme gehabt.
Hat der Werkstattwagen den noch keine GPS Überwachung oder digitalen Tachographen?
Dort könnte man doch drauf zurückgreifen.
Habe Kunden anhand dieser Daten auch schon beweisen können, wie lange ich wirklich für Ihn im Einsatz war.
Such das ruhige Gespäch und nicht mit der Brechstange!!!
Gruß Peter

Er hat gesagt das er um gegen 9.00 Uhr losgefahren sei, (ungefähr) er hat aber noch Filter usw. herrichten müssen vorm losfahren, also ist gut möglich das er ca. halbe Stunde zuvor schon alles zusammengesammelt hat.

Nachher musste er noch Werkstattauto ausräumen (evtl reinigen) und auch den Papierkram erledigen Stunden notieren, Filter, usw. Öle,… ist gleich eine halbe Stunde hin!

Noch was zum Meister:
Er wird auch nicht jede Minute seine Mechaniker im Auge haben wann, wo, wer ist und wegfährt, Die Uhrzeit die er gesagt hat sind bestimmt nur ungefähre Angaben ob er jetzt 15 Minuten später gefahren ist oder nicht…

Mit der Werkstatt reden und klären!

Lasse mir von der Werkstatt immer einen Kostenvoranschlag geben oder zumindest per email einen Preis nennen, damit ich was schriftliches habe. Mit Monteureinsätzen habe ich noch nie Probleme gehabt, da man hier immer einen Montuerbericht bekommt. Bei Werkstattarbeiten machen wir es grundsätzlich so, dass wir gemeinsam eine Fehlersuche machen, dann bekomme ich per Mail oder auf einem Zettel mit Unterschrift einen Preis der generell eingehalten wird, wenn es bei einer großen Reparatur von ca. 3000€, 50€ mehr kostet macht das auch nichts, doch dann wird mir immer erklärt was, wie und warum solange gedauert hat (also grob erklärt!)

An deiner Stelle würde ich persönlich mit dem Meister reden und wenn er sturr bleibt mich beim Chef beschweren und darauf verweisen, kein Produkt mehr von der Firma zu kaufen, wirkt Wunder!!

Ich stelle mich sicher nicht mit einer Stoppuhr hinter die Monteure aber so große Abweichungen wie beschrieben würden mich schon stutzig machen. Die Wagenpflege nach der Arbeit gehört sicher nicht mehr auf den Stundenzettel.
Ich muss sagen dass die Abrechnungen meiner Werkstatt eigentlich recht transparent gehalten sind. Bei einer größeren Motorsache gab es einen Voranschlag, der sogar leicht unterschritten wurde. Bei einer zeitaufwendigen Mähdrescherarbeit haben die Monteure ihre Zeitaufstellung mit mir durchgesprochen und abzeichnen lassen.

Hallo,

Ich bin seit über 20 Jahre im Kundendienst tätig, und kann nur folgendes dazu sagen:

  1. Wenn ich beim Kunde eintreffe, melde ich mich an. Nach getaner Arbeit melde ich mich ab, und lasse mir den Servicebericht unterschreiben. Da stehen alle Teile, ausgeführte Arbeiten, Pausen, Fahrzeit und Kilometer drauf.
  2. Teile raussuchen, bestellen, kontrolieren und im KDW verfrachten ist auch Arbeitszeit.
  3. Werkzeuge sauber machen, KDW wieder aufräumen usw. ist Arbeitszeit die zu der ausgeführten Arbeit gehört und dementsprechend vom Auftraggeber bezahlt wird. Meine Kunden erwarten, dass ich mit einem sauberen Auto, ordentliche und funktionsfähige Werkzeuge, saubere KLamotten zu Ihnen kommen, und das erwartet der Kunde danach auch. Außerdem arbeitet es sich besser mit einem ordentlichem Auto und saubere Werkzeuge. Die Zeiten stehen bei mir/uns auch auf dem Servicebericht drauf. KDW waschen, allgemein rüsten, tanken, usw. gehört nicht zum Kundenarbeit und das wird bei uns intern verrechnet.
  4. Wenn dem Kunde was nicht klar ist (verbaute Teile, Fahrzeiten, Pausen, Arbeitszeiten usw) kann er fragen oder ich erkläre das von mir aus. Ich gebe aber zu, dass 99% der Kunden meine Berichte blind unterschreiben würden, ohne irgednwelche Fragen zu stellen. Liegt einerseits da dran, dass derjenige der unterschreibt nicht derjenige ist der was kaputt gemacht hat oder die Arbeit überwacht hat, oder es ist dem Unterschreiber völlig egal was es kostet, hauptsache die Kiste läuft wieder, oder der Kunde vertraut einem und weiß, dass saubere Arbeit geleistet wurde und korrekt abgerechnet wird.

Zur Problemlösung: Irgendeinen Servicebericht unterschrieben? Wenn ja, Pech gehabt, es sei denn, da wurde nachträglich was drauf verändert, wäre Urkundenfälschung. Wenn nein, dann steht Aussage gegen Aussage, und da wird nur ein klärendes Gespräch mit dem Meister bzw. Chef was bringen.

MfG

@ Walter

Genau so sieht es aus!!!

Geht auch vieles auf Vertrauensbasis!

Komme auch seit über 20 Jahren bei meinen Kunden und die wissen genau was Sache ist !

Hier sind auch einige im Forum die mich kennen, bei denen ich auch Kundendienst fahre und glaube die können das bestätigen,

das wir immer alles untereinander klären,wenn es zu Unklarheiten kommen sollte!

Sollen doch auch in Zukunft meine Kunden bleiben!!!

Gruß Peter
PS: Habe sogar von einigen Betrieben die Schlüssel zum Stall, bzw. die Zugangscodes der Zahlenschlösser

Gerade bei Wartungsarbeiten weiß die Werkstatt ja ziemlich genau, was gemacht werden muß und welche Teile benötigt werden. Deshalb lasse ich mir den Preis auch im Voraus machen, dann gibt es auch keinen Ärger wegen den abgerechneten Stunden.

Lasst in Zukunft die Teile euch an der Theke vom Lager geben.
Der kosten nix extra sondern nur die Ware.
schon hätte man im Kundendienstfall 1-1,5 Std. gespart.

Hallo in die Runde, vielen Dank für eure Antworten.

Wen es interessiert, ich habe das Problem natürlich damals persönlich mit dem Mechaniker in aller Ruhe geklärt und die Rechnung mit dem Niederlassungsleiter besprochen. Es wurde mir letztlich großzügig entgegen gekommen. Der Mechaniker hatte wohl “Fremdzeiten”, vermutlich nicht nur bei der Rückfahrt, versehentlich vergessen aufzuschreiben… daher passten die Zeiten so gar nicht zu meinen Aufzeichnungen.
Bei solchen Arbeiten, in diesem Fall “Fahrtzeit”, kostete eine Minute Arbeitszeit etwa 1 Euro pro Minute, zzgl. MwSt, und das ist noch ein günstiger Stundensatz.

Bestimmt ist die Mehrheit der Mechaniker absolut ehrlich und ich will hier niemanden unter Generalverdacht stellen.
Leider erlebe ich aber solche Dinge, wie in meinem Beitrag damals beschrieben, nach wie vor - definitiv zu oft - und nur weil ich nur ein bisschen aufpasse. Bei mir geht jedenfalls keine Maschine mehr ohne Mitarbeiter oder wenn möglich mit mir persönlich zusammen in die Werkstatt. Das kann ich nur Jedem gut gemeint raten. Ich bin wirklich nicht kleinlich und ich habe für fast alles Verständnis, es gibt bestimmt während einer Reparatur kurzfristig mal Dinge, die wichtiger sind… nur darf man dann die Zeit nicht durchschreiben…der Kunde darf nur die Arbeit an seiner Maschine bezahlen…bin ich der Meinung.

Ich würde mir in diesem Bereich einen unabhängigen Werkstatt - Test wünschen!

Passiert es vielleicht auch, dass andere Monteure mal an deiner Maschine mit anfassen und dafür im Gegenzug nichts aufschreiben?!? Wie sieht es mit anrufen in der Werkstatt aus, um Informationen einzuholen, obwohl man einfach nur die Betriebsanleitung bemühen müsste? Bekommst du die auch berechnet? Wohl eher nicht! Ich denke dieser Beitrag ist mal wieder äußerst einseitig betrachtet!

Zu profi.de · Impressum · Datenschutzhinweise